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Ignore Bitcoin, think blockchain (Jack Ma, “noch”-CEO Alibaba)

Ignore Bitcoin, think blockchain (Jack Ma, “noch”-CEO Alibaba)

Ignore Bitcoin, think blockchain (Jack Ma, “noch”-CEO Alibaba)

Was ist denn jetzt? Ist die Blockchain ein Zukunftsmodell für die Energiewirtschaft oder nicht? Stürzen mit den Verlusten bei den kryptischen Währungen auch alle Ideen und bereits entwickelten Anwendungen ab? Sind die diejenigen die Gewinner, die schon vor 3 Jahren gesagt haben, dass das alles nichts wird? Sind die Energieversorger, die den Mut hatten, sich mit Blockchain-Anwendungen zu beschäftigen, nun die Dummen, weil sie einiges Geld, Zeit und Arbeit investiert haben?

Wenn ich Anfang 2017 mit einigen EVU-Vertretern auf die im November 2016 herausgekommene DENA-/ ESMT-Studie zu Blockchain hingewiesen habe („Blockchain in der Energiewende. Eine Umfrage unter Führungskräften der deutschen Energiewirtschaft“, Nov.2016, www.dena.de, www.esmt.org) wurde das Thema i.d.R. weggeschoben. „Nicht bei uns“, „das wird noch 10 Jahre dauern“, „viel zu viele Regularien und Gesetze“, „viel zu teuer und viel zu langsam“, „wozu brauchen wir das“ usw. Der Niedergang des Bitcoin-Hype hat die Kritiker bestätigt, dass es gut war, sich nicht mit der Blockchain zu beschäftigen.

Im Grundsatz wurden (wie immer) Gegenargumente angeführt, warum man sich nicht mit Innovation beschäftigen möchte. Dabei sind die Versorger doch immer auf der Suche nach „Digitalen Produkten“ für ihre Kunden und sind stolz darauf, wenn sie ein Online-Formular oder eine APP entwickelt haben. Wenn ein Produkt wirklich digital ist, dann doch wohl die Blockchain.

Die Deutsche Energie-Agentur hat in einer aktuellen Studie (kostenlos zu bekommen auf https://www.dena.de/de/blockchain/) den potentiellen Einsatz der Blockchain in der Energiewirtschaft untersucht. Die Studie hat elf konkrete Anwendungsfälle aus den Bereichen Asset Management, Datenmanagement, Marktkommunikation, Stromhandel und Finanzierung untersucht. Neben der Dena waren 16 Partnerunternehmen, zwei unabhängige Gutachter und neun Berater aus Wissenschaft und Wirtschaft eingebunden.

Dena-Chef Andreas Kuhlmann sieht die Vorteile der Blockchain besonders dann, wenn durch sie existierende Protokolle zum digitalen Informationsaustausch ergänzt werden. Für eine weitere Entwicklung der Technik im Grundsatz und insbesondere für eine weitere Verbreiterung innerhalb der Energiewirtschaft ist aber verstärkt die Politik und die Wirtschaft gefordert. Allerdings hofft man, dass die Studienergebnisse auch bei der in diesem Jahr geplanten Blockchain-Strategie der Bundesregierung berücksichtigt werden.

Ein wirtschaftliches Potenzial sieht man bei der Optimierung der Prozesse und besonders bei der Senkung der Betriebskosten. Macht es heute aus Kostengründen keinen Sinn, bei der Stromentnahme an Ladesäulen eine Rechnung über 27 Cent zu erstellen, sind solche Micro-Payments bei einer Blockchain-Lösung kein Problem. Einen hohen ökonomischen Nutzen sieht man unter anderem bei der Zertifizierung von Herkunftsnachweisen und die Anmeldung von Anlagen. Interessant wird es auch, wenn Energiedienstleister mit Wohnungsbaugesellschaften und großen Unternehmen kooperieren mit dem Ziel, individuelle Lösungen schaffen, z.B. Peer-to-Peer-Handel, Prosumer-Modelle, Mieterstrom.

Dass die Blockchain-Technologie noch nicht ausgereift ist, ist allen Experten klar. Insbesondere das Fehlen von Standards, fehlenden Definitionen von Schnittstellen und die fehlenden Regularien sehen die Experten als die aktuell größten Herausforderungen an.

Das in der DSGVO verankerte Recht auf Löschung von Daten ist natürlich absurd im Kontext einer Technologie, die genau das verhindern will. Der Fachgutachter Ludwig Einhellig, Manager des Wirtschaftsberatungsunternehmens Deloitte, plädiert dafür, statt der harten Anwendung der Datenschutzgrundsätze eher ein Recht auf alternative Schutzmaßnahmen (Anonymisierungen) weiterzuentwickeln. Einig sind sich die Experten, das zukünftig das Smart-Meter-Gateway eine zentrale Rolle bei der Anwendung der Blockchain-Technologie spielen wird. Daher warten alle sehnsüchtig auf den Rollout der Messysteme.

Politiker_Innen sehen die Blockchain auch als potentiellen Unterstützer bei der Energiewende. Experten sind der Meinung, dass die Blockchain-Technologie sogar die Netze stabilisieren und vor einem Blackout schützen könnten. Je mehr Komponenten beteiligt sind, desto größer ist die Anzahl der Schnittstellen, die einen erhöhten Abstimmungsaufwand erfordern. Blockchain könnte hier eine zentrale Steuerungsfunktion übernehmen.

Stellt sich nun weiterhin die Frage, warum sich Unternehmen in der Energiewirtschaft so konservativ und nicht innovativ mit der Blockchain-Technologie beschäftigen. Ich persönlich glaube, dass der Bitcoin-Hype wesentlich dazu beigetragen hat. Jack Ma, der „noch“-CEO von Alibaba, besitzt die meisten Blockchain-Patente der Welt und keines dieser Patente hat etwas mit kryptischen Währungen zu tun. Seine Philosophie: „Ignore Bitcon, think Blockchain“ fasst es genial zusammen. Die Anzahl der Blockchain-Lösungen nimmt kontinuierlich zu, Deutschland ist international gar nicht mal so schlecht aufgestellt, Berlin hat sich in der Szene als Blockchain-Hub etabliert. Jetzt muss man nur noch umsetzen.

Die Blockchain in der Energiewirtschaft wird nicht kommen, sie ist schon da. Nicht jeder in der Energiebranche muss „first-mover“ sein und jetzt Blockchain-Lösungen entwickeln. Meines Erachtens ist es aber dringend notwendig, sich mit dem Thema im Grundsatz zu beschäftigen. Dazu gehört auch, dass man die eigene Prozesslandschaft aufräumt, die Kundenprozesse optimal ausrichtet und in der Lage ist, mit Hilfe agiler Methoden und Strukturen innovative Lösungen zu entwickeln.

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