Enter your keyword

Emotionale Intelligenz trainieren und dabei besser einschlafen

Emotionale Intelligenz trainieren und dabei besser einschlafen

Emotionale Intelligenz trainieren und dabei besser einschlafen

Wolfram M. Walter, PMD Projektmanagement Deutschland Akademie GmbH
Gera, August 2017

Kennen Sie die folgenden Begriffe: Hippocampus, Fornix, Corpus mamillare, Gyrus cinguli, Corpus amygdaloideum, Nuclei anterioventrales, Gyrus parahippocampalis, Septum pelluci-dum?
Wenn ja, sind Sie entweder Arzt oder Sie haben sich intensiv mit der anatomischen Struktur des limbischen Systems beschäftigt. (Wobei anzumerken ist, dass die Auflistung nicht vollständig ist.)

Warum frage ich das? Nun, das Limbische System und weitere Gehirnteile beeinflussen ganz stark unsere Emotionen. Wenn wir vor dem Einschlafen anfangen zu grübeln, belastet dies unser Gehirn. Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass unser Unterbewusstsein dem schlafenden Hirn mitteilt, welche Informationen im Langzeitgedächtnis gespeichert werden sollen und welche nicht. Das bedeutet aber auch, dass negative Informationen über Nacht verstärkt werden. Daher kann es nicht gut sein, wenn wir uns mit negativen Gedanken beschäftigen und vor lauter Grübeln nicht in den Schlaf kommen. Schlafen wir mit positiven Gedanken ein, werden diese ebenfalls im Gehirn verankert.

Nun haben alle Menschen ein Problem: wir können zwar entscheiden, ob wir den Arm hochheben oder nicht, aber wir können unserem Herz nicht befehlen, aufzuhören zu schlagen. Ebenso können wir unserem Gehirn auch nicht befehlen, aufzuhören zu denken. Je stärker wir versuchen, nicht über ein Thema nachzudenken, desto stärker denken wir darüber nach. Wenn ich Ihnen den Auftrag gebe, nicht an einen blauen Elefanten zu denken, werden Sie an einen blauen Elefanten denken (siehe Michael Spitzbart und Thorsten Havener: Denken Sie nicht an einen blauen Elefanten! Die Macht der Gedanken). Ähnlich hat es Paul Watzlawick formuliert: „Immer wenn ich daran denke, nicht an dich zu denken, denke ich an dich. Darum will ich daran denken, nicht mehr an dich zu denken“.

Doch wie kann man das Grübeln vermeiden?

Die Gedanken beschäftigen sich häufig eher mit den negativen Situationen des aktuellen Tages oder mit den (tatsächlichen oder vermuteten) Herausforderungen des kommenden Tages. Dies ist evolutionsbedingt und erzeugt Unruhe und Stress. Psychologen sprechen in diesem Fall von dysfunktionalen Gedankenketten. Diese Ketten können aber durchbrochen werden, wenn Sie trainieren, mit positiven, konstruktiven Gedanken einzuschlafen.

Im Rahmen einer Studie der Indiana University wurden 43 Teilnehmer rekrutiert, die unter Angststörungen oder Depressionen leiden. Die Hälfte der Gruppe sollte Dankesbriefe an die wichtigen Menschen in ihrem Leben schreiben. Drei Monate später wurde bei allen 43 Teilnehmern ein Hirn-Scan durchgeführt. Während die Hirn-Scans liefen, mussten die Teilnehmer eine weitere Dankbarkeitsübung machen. Ihnen wurde mitgeteilt, dass ein Förderer ihnen eine Summe Geld gibt. Daraufhin wurden sie gefragt, ob sie einen Teil des Geldes für einen guten Zweck spenden wollen – als Ausdruck ihrer Dankbarkeit. Auf den Scans derjenigen, die tatsächlich Geld spendeten, zeigten sich signifikant stärkere Aktivitäten in den Hirnregionen, die zuständig für die Dankbarkeit sind. Und das wiederum führte auch zu Aktivitäten in der Region, die für Empathie zuständig ist. (siehe: Prathik Kini, Joel Wong, Sydney McInnis, Nicole Gabana, Joshua W. Brown: The effects of gratitude expression on neural activity)

Dieses Ergebnis zeigt, dass Dankbarkeit einen positiven Einfluss auf unser Gehirn und unsere Empathie hat. Da Forscher mittlerweile der Meinung sind, dass das Gehirn ähnlich einem Muskel trainiert werden kann, führen möglichst viele authentische und gute Gefühle zu einer positiveren Einstellung gegenüber dem eigenen Leben und gegenüber den Mitmenschen. Dabei ist es aber besonders wichtig, dass man rückblickend auf den Tag seine Dankbarkeit ausdrückt. Redet man sich eine in der Zukunft liegende negative Situation, z. B. ein Kündigungsgespräch oder eine schwere Operation „schön“, verliert man den Bezug zur Realität und das ist eher schädigend als fördernd. Auch sollten sich die Gedanken mit „zukunftsnahen“ Themen beschäftigen. Ein 20-jähriger Auszubildender, der heute schon schlecht schläft, weil er nicht weiß, ob die Rente gesichert ist, hat ein grundsätzliches Problem, welches sich nicht durch positive Gedanken lösen lässt.

Vielen Menschen fällt es aber schwer, sich am Abend auf die schönen Dinge des Tages zu besinnen. Da fällt es schon bedeutend leichter, sich an die negativen Erfahrungen zu erinnern. Häufig liegt es daran, dass man keinen ersten Punkt zum Anfassen findet, weil es zu viele Detail-Geschehnisse gibt, die wir nicht immer wahrnehmen. Um es sich etwas leichter zu machen, haben wir ein „nice-day“-Tagebuch in zwei Varianten entwickelt. Grundlage für beide Varianten sind die Kommunikationsdistanzen, denn diese haben einen erheblichen Einfluss darauf, ob wir uns gut oder schlecht fühlen

Name *

Email *

Unternehmen *

Position im Unternehmen *

Nachricht *

Sicherheitsfrage *